Nachbereitung zur SDAJ-Demo im November 2007

Nachbereitung zur SDAJ-Demo

„Aber hüte dich vor der dunklen Seite
der Revolution! Wenn einmal auf
diesen Pfad du dich begibst, für
immer wird beherrscht davon dein
Schicksal sein.“

Ne, SDAJ.

Kritische Anmerkungen zur SDAJ-Demonstration vom 09. November 2007
von der Jugendantifa Halle

SDAJ steht für Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend. Sie ist ein der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) nahe stehender Jugendverband. Ihr Schwerpunkt liegt in der so genannten „Arbeiterjugendpolitik“, d.h. im Auszubildenden-, Schüler- und Studierendenbereich. Dazu kommen verschiedene Themenfelder antikapitalistischer Politik, unter anderem antifaschistische und antimilitaristische Arbeit.
Der SDAJ-Ortsverband Halle-Merseburg hat am 09.11.2007 eine Demonstration im Rahmen der No NPD“-Kampagne veranstaltet. Für alle, die nicht wissen, was die historische Bedeutung des 09.November ist, hier eine kurze Erläuterung:
Am 09.November jährte sich dieses Jahr zum 69. Mal die Reichspogromnacht von 1938, als sich zum ersten Mal der Antisemitismus von NS-Deutschland in seiner ganzen brutalen Hässlichkeit zeigte. Die SA plünderte, unter dem Beifall und der aktiven Beteiligung der deutschen Bevölkerung, jüdische Geschäfte und verschleppte, misshandelte und ermordete jüdische Menschen. Synagogen brannten, die deutsche Bevölkerung feierte.Gerade an diesem Tag also hat die SDAJ eine Demonstration veranstaltet. Wenn du jetzt denkst: „Ok, kann man ja machen, ne Demo, um der Opfer zu gedenken…“. Falsch gedacht! No NPD“ war die Parole des Tages. Kein Bezug auf die Reichspogromnacht und deren Opfer. Böse Zungen“ würden behaupten, die SDAJ habe diesen historischen Tag nur missbraucht, um einer x-beliebigen Anti- Nazi-Demo eine tiefere Bedeutung zu geben. Für uns, die Jugendantifa Halle, war diese Ausnutzung des Datums nicht akzeptabel. Daher haben wir beschlossen, uns kritisch an dieser Demonstration zu beteiligen. Kritisch“ hieß in diesem Fall, die Demonstration nicht aktiv zu stören, sondern sie zu begleiten, und dabei auf die geschichtsrevisionistischen Ansichten der VeranstalterInnen hinzuweisen. Und so machten wir uns auf den Weg, bewaffnet mit einem Transparent, Winkelementen und unseren Kritikflyern. Treffpunkt war die Post in der Ernst-Kamieth-Straße hinter dem Bahnhof. Schon von weitem konnten wir zwei klar getrennte Gruppen erkennen. Auf der einen Seite die SDAJ und ihr Anhang, auf der anderen Seite die AG No Tears For Krauts sowie die AG Antifa im Stura. Nachdem wir uns einen Überblick verschafft hatten und jemanden mit unseren Flyern losgeschickt hatten, entrollten wir unser Transparent und enthüllten unsere Winkelemente. Der Schock stand den VeranstalterInnen ins Gesicht geschrieben. Was war bloß geschehen? Außerirdische? Nein! Nazis? Nein! Provokateure? … Nie wieder Deutschland ­ Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“, weiße Davidsterne auf blauem Grund ­ damit hatten sie nicht gerechnet! Der Spruch Nie wieder Deutschland“ stieß auch gleich auf Unverständnis. Watt soll datt denn? Wollt ihr Deutschland umbenennen? Also, ich meine, Nie wieder Faschismus` kann ich ja noch nachvollziehen, aber Nie wieder Deutschland`… Deutschland wird’s immer geben, wir können es nicht abschaffen, nur besser machen. Nur weil die Deutschen 12 Jahre dem falschen Typ hinterher gelaufen sind, ist doch Deutschland nicht prinzipiell schlecht.“ Jedoch der Blödsinnsgrad konnte noch gesteigert werden. Eine zweite Demo-Teilnehmerin mischte sich ein: Und was ist mit den deutschen Opfern?“ Was denn? Deutsche Opfer? Damit reiht sich die SDAJ genau in die offizielle deutsche Gedenkkultur ein. Das deutsche Volk“ wird dabei zum ersten Opfer Hitlers stilisiert, der die armen, unschuldigen Deutschen verführt, betrogen und in den Krieg gezwungen hat. Sie schieben die Schuld am Nationalsozialismus ganz allein einer Riege von NSDAP-Funktionären zu und vernachlässigen, dass deren Ideologie in der deutschen Bevölkerung auf fruchtbaren Boden fiel. Gerade der eliminatorische Antisemitismus des 20. Jahrhunderts kam nicht über Nacht mit den Nationalsozialisten, sondern keimte schon seit Jahrzehnten in den deutschen Wohnzimmern. Deutsche Täter sind keine Opfer! Außerdem scheint die SDAJ einer von den Nazis eingeführten Dichotomie aufgesessen zu sein. Da sind auf der einen Seite die echten Deutschen“, die angeblich Opfer von Hitler und Co wurden, und auf der anderen die unechten Deutschen“ ­ also Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, politische Gegner und alle anderen irgendwie sonst Artfremden“. Unsere Empfehlung an die SDAJ: Weniger 09. November, mehr Volkstrauertag! Selbst unsere mitgebrachten Winkelemente wurden zum Problem für die VeranstalterInnen. Ey packt die scheiß Nationalfahnen weg! Das ist hier ne Antifademo!“ Erst im Nachhinein wurden wir darüber aufgeklärt, dass auf einer SDAJ-Demonstration eine Nationalfahne nichts zu suchen hat. Dies trifft einzig und allein nicht auf die Nationalfahne der ehemaligen Sowjetunion zu. Warum nicht? Das Symbol der Sowjetflagge ­ Hammer, Sichel und Stern ­ ist ein uraltes Symbol der Arbeiterbewegung und steht somit in einem anderen Kontext.“ Der Davidstern existiert offensichtlich erst seit der Gründung Israels 1948. Außerdem weiß doch jedes Kind, dass die Nationalfahne Israels ein weißer Stern auf blauem Grund ist. Oder etwa nicht? Um zusammen zu fassen: Nie wieder Deutschland“ ­ Nein; Nationalfahnen ­ Nein; anderweitige nationalistische Symbole -anscheinend Ja! Denn ein nicht ganz kleiner Teil der DemoteilnehmerInnen war mit Palästinensertüchern angetreten. Doppelmoral? NEIN… Damit nicht genug, wurde in diesem Rahmen nun auch noch mit der so genannten Spalterkeule“ um sich geschlagen. Was ihr hier macht?! Ihr spaltet die ganze Demo! So werden wir die Nazis hier niemals schlagen können!“ Fundierte Kritik und das Mitbringen eigener, anscheinend nicht konformer Transparente und Winkelemente gelten mittlerweile also als Spaltungsversuch. Interessant. Und andere DemoteilnehmerInnen wegen deren Mitbringsel auszuschließen ist dann dementsprechend ein Beitrag zur Einigkeit. Oder wie jetzt? Für uns scheint klar: Wir wollten die Demonstration begleiten, wir wollten also mitmachen. Die VeranstalterInnen von der SDAJ wollten uns von der Demonstration fern halten. Wer sind hier die Spalter? Die Situation wurde dadurch weiter angeheizt, dass sich die AG No Tears For Krauts und die AG Antifa im Stura mit Israel- und USA- Fahnen zu uns gesellten. Auch deren Parolen wie IDF in Ramallah ­die Panzer sind die Antifa“ konnten die Lage nicht entspannen. Die Führung der SDAJ machte es sich dann schön einfach: Wir lassen uns von euch Arschlöchern nicht provozieren! Wir fordern alle, die an
der Demonstration teilnehmen wollen, auf, sich von den Imperialisten mit dem schwarzen Transpi und den Nationalfahnen zu entfernen.“ Jede Kritik wurde also als imperialistischer“ Spaltungsversuch abgewertet. So leicht wollten wir uns aber nicht abkanzeln lassen. Als der Veranstalter dies erkannte, änderte er seine Taktik und ging bei der Polizei petzen. Doch auch daraus wurde nichts. Vielleicht hatte die Polizei an diesem Tag einfach keine Lust auf Stress. Vielleicht fand sie das Verhalten des Veranstalters auch einfach genau so lächerlich wie wir. Und die Moral von der Geschicht‘ ­ Petzen gehen lohnt sich nicht!

Irgendwann konnte die Demonstration dann doch beginnen ­ mit uns. Auf den ersten paar Metern wurden wir noch von der AG No Tears For Krauts und der AG Antifa im Stura begleitet, die unsere Parole „Nie Nie Nie wieder Deutschland“ lautstark unterstützten. Sie hatten aber nicht vorgehabt, die ganze Demonstration mitzulaufen. So verabschiedeten sie sich und wünschten uns noch viel Spaß. Von nun an wurden unsere Sprüche konsequent niedergebrüllt. Aber alles halb so schlimm! Der Vorbereitungskreis der SDAJ wollte keinerlei Lücken lassen und hatte im Vorfeld einen Sprücheflyer verteilt. An dieser Stelle möchten wir euch einen kleinen Einblick in die Parolenvielfalt geben:
– Heut krepiert der nationale Widerstand“ Abgesehen von der
Realitätsferne konnte man diesen Spruch auch leicht falsch
verstehen. Wer nicht im Besitz eines Sprücheflyers war, hätte
leicht Hier marschiert der nationale Widerstand“ verstehen
können. Es ist davon auszugehen, dass dies bei den meisten
unbeteiligten PassantenInnen der Fall war.
– Verschwinden soll die braune Brut, die unser Land
zerstören tut.“ Unser geliebtes schönes Deutschland! Wenn
bloß die bösen bösen Nazis nicht wären!
– Hinter dem Faschismus steht das Kapital ­ unser Kampf ist
international!“ Dimitrow lebt! Die These, dass der Faschismus
die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am
meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ ist, gilt schon längst als überholt.
Sie passt allerdings wunderbar in die Weltverschwörungstheorien
der SDAJ.
– Hammer, Sichel und Gewehr! Nazis jagen ist nicht schwer!“
Die Oktoberrevolution von 1917 scheint einigen in der SDAJ
noch stark in Erinnerung zu sein. Das nächste Mal, wenn wir
einen SDAJler mit Hammer, Sichel und Gewehr einen Nazi
jagen sehen, sponsern wir eine Kiste Bier!

Trotz des offensichtlich fehlenden Niveaus wurden diese Parolen enthusiastisch von allen Teilnehmern mitgegrölt. Von allen? Nein, nicht ganz! Ein kleines Häufchen blieb standhaft und wollte sich nicht an dem verbalen Durchfall beteiligen. Und so versuchten wir in den wenigen Pöbelpausen mit Slogans wie Gegen jeden Antisemitismus ­- Nieder mit Deutschland und für den Anarchismus/Kommunismus“ und Deutschland von der Karte streichen ­ Polen muss bis Frankreich reichen“ unsere Inhalte einzubringen. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Am Rande des ganzen Gebrülls fühlte sich der DJ des Lautiwagens“ immer wieder genötigt, Los Fastidios mit Antifa Hooligans“ zu spielen. Dem schlossen sich die meisten TeilnehmerInnen dankend an „Come on, Come on“ hallte es durch die menschenleeren Gassen und hätte man keine Augen im Kopf, so hätte man sich in eine 80er- Jahre-Schwarzer-Block-Antifa-Demo zurück versetzt gefühlt. Leider haben wir aber Augen im Kopf und mussten feststellen, dass es sich bei den Antifa Hooligans“ größtenteils um einen Haufen angetrunkener Punker-Jungmänner handelte, die einen Nazi vermutlich noch nicht mal dann erkennen würden, wenn er ihnen auf den Füßen steht und Heil Hitler“ entgegen schreit. Es sei denn, er trägt Glatze, Bomberjacke und Springerstiefel. Generell ist es mit der angeblichen antifaschistischen Einstellung von SDAJ- DemonstrationsteilnehmernInnen nicht zwangsläufig weit her. Einige von ihnen sind bekannt dafür, in ihrer Freizeit auch mal ganz gerne die Naziband Landser zu hören. Aber so lange sie gegen die NPD sind, ist das anscheinend nicht so schlimm.

So nahm die Demonstration also ihren Lauf. Laut und enthusiastisch lief die Masse durch die ach so belebten Gewerbegebiete von Halle-Ost. Wir hielten uns zunächst eher zurück, da die Außenwirkung einer Positionierung innerhalb der Demo in diesem Gebiet wohl eher vernachlässigbar klein gewesen wäre. Als die Demonstration dann Richtung Steintor zog, hielten wir es allerdings für angebracht, unsere Inhalte etwas lautstärker und offensiver hervorzustellen.Wir bewegten uns unter lauten Nie wieder Deutschland“-Rufen mit unserem Transparent an die Spitze der Demonstration, was zu erheblicher Verwirrung bei den VeranstalternInnen führte, die mit einer solchen Übernahme der Demonstration offensichtlich nicht mehr gerechnet hatten. Nach einer kurzen Verwirrungsphase riefen sie dann allerdings ihre Ordner zu sich und bewegten sich geschlossen auf uns zu. Nachdem wir uns auf Anfrage weigerten, freiwillig auf den uns zugestandenen Platz an der Seite des Demonstrationszuges zurückzukehren, wurde uns gedroht, dass wir notfalls mit Gewalt entfernt würden. Um dem zuvor zu kommen, positionierten wir uns mit unserem Transparent gegenüber von der Demonstration, so dass deren Teilnehmer noch ein letztes Mal auf unsere Einstellung aufmerksam gemacht wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir auch wieder Verstärkung durch die AG No Tears for Krauts bekommen. Aber selbst das Verlassen der Demonstration schien den VeranstalterInnen nicht zu reichen. Dabei hatten wir uns doch eigentlich klar von der Demo getrennt. Die Ordner versuchten, ihre Gewaltandrohungen in die Tat umzusetzen. Sie drohten uns abermals konkret mit körperlichen Angriffen, einer von uns entging nur mit Glück dem Faustschlag von einem der Ordner.Die SDAJ war von unserer ausgeklügelten Taktik offensichtlich so überfordert, dass sie nur noch mit Gewalt antworten konnte. Allerdings läuft doch wohl irgendetwas schief, wenn AntifaschistInnen von einer angeblichen Antifa-Demonstration mit Gewalt entfernt werden sollen. Naja, immerhin hatte die Auseinandersetzung für die SDAJ das Ziel erreicht. Wir beschlossen, unsere Teilnahme an der Demonstration mit sofortiger Wirkung zu beenden. Die restlichen TeilnehmerInnen waren sogar so nett, uns mit eigenen Abschiedgesängen zu beglücken:
Ihr seid so lächerlich!“ hallte es uns durch die kalte Novembernacht hinterher. Dieses Geschenk nahmen wir natürlich gerne an und bedankten uns mit einem erfreuten Wir sind so lächerlich!“. Auch Selbstironie will wohl gelernt sein.
Aber anscheinend hatten wir mit unserer Aktion doch einen positiven Eindruck hinterlassen. Denn die VeranstalterInnenn riefen im Anschluss an die Demonstration noch zu einer Schweigeminute für die Opfer der Reichspogromnacht auf. Ob sie dort vielleicht nur der deutschen Opfer gedacht haben, wurde uns allerdings nicht überliefert. Könnten wir uns jedenfalls ganz gut vorstellen.Was uns aber zugetragen wurde ist, dass die SDAJ auf dem Marktplatz noch ihre eigene kleine Bücherverbrennung veranstaltet hat. Entartete“ und als gefährlich eingestufte Literatur verbrennen…das hatten wir doch schon mal! Wie man sieht, ist die inhaltliche Auseinandersetzung mit Kritik bei der SDAJ jederzeit gegeben. Die einzelnen Kritikpunkte werden systematisch abgehandelt und ausgewertet. Dies ist der Grund, weshalb wir auch nach drei Wochen immer noch guter Dinge sind, die versprochenen Auswertungsergebnisse zu erhalten. Eine öffentliche Darstellung der Demonstration aus Sicht der SDAJ gab es bereits am nächsten Tag. Im Corax-Forum erschien ein Beitrag unter dem Titel Antideutsche überfalen (sic!) friedliche Demo“, welchen wir dir natürlich nicht vorenthalten möchten.

Antideutsche überfalen friedliche Demo
Gestern haben ca. 30 Antideutsche versucht eine Demo für ein NPD Verbot zu überfalen. Zuerst haben sie sich nur hingestellt und die Demo beobachtet, dann kurz vor Beginn haben sie angefangen sich mit Transparenten und Fahnen von imperialistischen Staaten unter die Leute zu mischen. Wir haben dann versucht, sie davon zu überzeugen, dass wir solche Fahnen niemals dulden, was aber nur zu sehr aggressiven Sprüchen geführt hat. Die Polizei sah sich auch nicht imstande die Provokateure zu verweisen! Die meisten von unseren Leuten trugen Palästinesertücher, was manche Antideutschen noch aggressiver machte. Dann wollten sie sich mit ihrem Transparent sogar an die Spitze der Demo setzen! Dass konnte aber durch unsere Ordner mehrmals verhindert werden. Einige von den Antideutschen, die alle ziemlich pöpelnd und arrogant drauf waren sollen von der Hallenser Antifa , von der ntfk (no taers for krauts) und der Jugendantifa Halle (die ein Hetzflugblatt verteilt hat) gekommen sein. Ich kenne mich da aber nicht so aus. Nach ein paar Metern haben sich viele der Antideutschen dann aber von allein wieder verpisst, und die Demo konnte weiter Richtung Braunes Haus“ ziehen. Aber ca. 10 von denen haben die ganze Zeit auf unserer leider nicht sehr belebten Route unpassende Sprüche gerufen und mit ihren Israel Fahnen gewedelt. Erst am Steinthor sind sie sich dann entgültig verschwunden und die Demo konnte ohne die Störer zurück zum Bahnhof ziehen. Wo sind wir hier eigentlich?

Tod dem Imperialismus!
Hinter dem Faschismus steht das Kapital ­ unser Kampf ist
international!
NPD Verbieten!“

Ohne Worte!

Eine weitere, sehr sachliche, Reaktion war dann der geschlossene
Boykott eines von uns mit veranstalteten Aktionsworkshops im VL.
Davon mal abgesehen, wie bescheuert dieses Verhalten ist, wären die SDAJlerInnen nun wirklich die ersten, die einen solchen Workshop nötig gehabt hätten. Vielleicht wollen sie aber auch an ihrem bisherigen Aktionskonzept“ festhalten, zwei mal im Jahr eine Demo zu veranstalten und ansonsten keinerlei öffentlichkeitswirksame Arbeit zu leisten. Man könnte jetzt natürlich denken, dass die interne, theoretische Arbeit bei der SDAJ so intensiv ist, dass für Öffentlichkeitsarbeit keine Zeit mehr bleibt. Ein Blick auf die krude Weltsicht der SDAJ genügt allerdings, um diese These sofort wieder zu verwerfen.

An dieser Stelle wollen wir einen kleinen Einblick in die Organisationsstruktur des SDAJ-Ortsverbands Halle-Merseburg geben. Die Gruppe ist ganz stark auf eine einzelne Person ausgerichtet, die sich um alle organisatorischen Dinge kümmert, bei allen Demonstrationen als Anmelder fungiert, die theoretische Ausrichtung kontrolliert und sich generell als der Arbeiterführer von Halle“ aufspielt. Daneben gibt es noch eine zweite Führungsebene, die sich um einige untergeordnete Sachen kümmern darf. Der Rest hingegen ist offenbar nur dazu da, Entscheidungen abzunicken und auf Demonstrationen als Fußsoldaten aufzutreten. Dies hat aus unserer Sicht nichts mit linker emanzipatorischer Politik zu tun. Allerdings hat Väterchen Stalin seine Partei ja ähnlich geführt, und der war ja sowieso der größte Arbeiterführer aller Zeiten.

Jugendantifa-Halle

Wir, die Jugendantifa wollen an dieser Stelle noch mal ganz klar betonen, dass wir eine eigenständige Antifa-Gruppe sind und nicht, wie von der SDAJ vorgeschlagen, die Jugendgruppe der AG No Tears For Krauts. Die ganze Labelkackerei von wegen Antideutsch und Antiimp geht uns sowieso tierisch auf die Nerven. Es mag ja sein, dass sie in das Weltbild einiger Leute passt. Manche müssen offenbar immer alles schwarz-weiß sehen und die Welt in Gut und Böse unterteilen können. So einfach ist das Leben aber nun mal nicht (eine Träne im Auge ist jetzt Pflicht!) und wir finden es einfach nur kindisch, Menschen, deren Meinung einem nicht passt, mit irgendeinem Label abzutun.

Nie wieder Faschismus
Nie wieder Deutschland