Mahnwache „Gegen Rassismus“ in Weißenfels

Dienstag den 17. August um 17 Uhr, zur Kundgebung auf den Weißenfelser Marktplatz um unter dem Motto:
„Gegen Rassismus, Nazigewalt und Ignoranz! Für mehr Zivilcourage!!!“,

dokumentiert vom Alternativen Bündniss Sachsen Anhalt Süd (ABSAS)

Am Dienstag den 17. August wollen wir ab 17:00 auf dem Marktplatz in Weißenfels eine Mahnwache gegen rassistische Gewalt durchführen um auf die Ereignisse der letzten Woche zu reagieren. Auch wenn aufgrund des Sachsen-Anhalt-Tages keine Demonstration möglich ist, bitten wir darum zahlreich zu erscheinen und den Betroffenen unsere Solidarität zu zeigen.

Am vergangenen Samstag den 7.August 2010 ereignete sich in Weißenfels ein brutaler Angriff von mehr als fünf Neonazis, die einen in Weißenfels wohnenden, aus dem Niger stammenden Mann, brutal zusammenschlugen.
Eine eingreifende Person wurde von den Angreifern bespuckt und getreten.
Es war der vergangene Freitag, als der Mann aus dem Niger eine Kneipe in der Weißenfelser Neustadt besuchte, in der am Wochenende außerdem eine Discothek betrieben wird.
Eigentlich wollte er nur mit seinen Freunden einen Schulabschluss feiern.

Schon am frühen Freitagabend, kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Migrant/innen und einer Gruppe Neonazis, die nur durch das Einschreiten anderer feiernder Menschen nicht eskalierte.

In den frühen Samstag Morgenstunden, so gegen 4.50 nahm der Abend, der eigentlich nur eine ausgelassene Feier mit Freunden beinhalten sollte, eine im wahrsten Sinne des Wortes
„schlagartige Wende“.

Als der Nigrer das Lokal verließ, traf er auf eine Gruppe von mehr als fünf einschlägig bekannten Neonazis aus Weißenfels, die schon an der Auseinandersetzung am frühen Abend beteiligt waren und ihn sofort rassistisch beleidigten.

Plötzlich lösten sich aus der Gruppe der Nazis, vier Männer, die den Mann mit mehreren Faustschlägen zu Boden brachten.
Als der Mann am Boden lag, traten die Männer sofort auf ihn ein.

Als ein junges Mädchen versuchte die Nazis vom angreifen abzuhalten, wurde sie aus der Gruppe heraus bespuckt.
Als sie im weiteren Verlauf des Geschehens stolperte und zu Boden ging, traten die Nazis auch auf sie ein.
Einer der Angreifer fragte sie außerdem: „Wieso willst du denn dem Nigger helfen?“

Es ist außerdem auch zu erwähnen, dass von den beiden an diesen Abend eingesetzten Securitys, nur einer einschritt.
Als das Mädchen dann schließlich einen Krankenwagen und die Polizei alarmierte, sagte der nicht in das Geschehen eingreifende Security: „Das sie nicht den Krankenwagen zu rufen bräuchte, da der Mann am Boden ja noch atme“.

Als die Angreifer mitbekamen, dass die Polizei auf dem Weg sei, traten sie die Flucht an.
Beim Eintreffen der Polizei, waren dann weder die Angreifer am Tatort, noch das Opfer, da der Mann aus dem Niger schon mit dem Krankenwagen auf dem Weg ins Krankenhaus war.

Der Mann musste unteranderem wegen einer Platzwunde am Kopf und mehreren Hämatomen am Körper ambulant behandelt werden, konnte jedoch danach allerdings glücklicherweise das Krankenhaus wieder verlassen.

Auch in der Vergangenheit kam es in Weißenfels zu Angriffen auf Migrant/innen, Alternative Jugendliche oder anderen Menschen, die nicht in das rechte Weltbild passen.
Dies war auch nicht der erste rassistisch motivierte Angriff in der Nähe der Kneipe, in der sich der benannte Angriff am vergangenen Samstagmorgen abspielte.
Auch im Jahr 2007 wurde ein ebenfalls aus dem Niger stammende Mann von zwei stadtbekannten Neonazis angegriffen und ins Krankenhaus geprügelt.

Das Szenario des vergangenen Wochenendes ist vielmehr ein Beweis dafür, dass Weißenfels mehr und mehr zu einem No Go Area für all die jenigen wird, die aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihrer politischen Ideologien nicht in das Weltbild der Nazis passen.

Dieser Entwicklung gilt es mit allen Mitteln entgegenzuwirken.
Es gilt Alltagsrassismen und jegliche anderen menschenverachtenden Verhaltensweisen schon in ihren Wurzeln zu bekämpfen.

Deshalb kommt Zahlreich am Dienstag den 17. August
um 17 Uhr, zur Kundgebung auf den Weißenfelser Marktplatz um unter dem Motto:
„Gegen Rassismus, Nazigewalt und Ignoranz! Für mehr Zivilcourage!!!“,
zu demonstrieren und dem rassistisch gesellschaftlichen Grundkonsens und den Nazis zu zeigen, was wir von ihnen halten.