Veranstaltungen im November

Übersicht:

Veranstaltung des Landesarbeitskreis Shalom der Linksjugend [’solid] Sachsen-Anhalt

Donnerstag, 12. Dezember – 19.oo Uhr – Melanchthonianum
»Feindbild Israel – der ewige Sündenbock«
Vortrag und Diskussion mit Tilman Tarach

Im Rahmen der Reihe „ZUM GLÜCK GIBT ES PUNK?! – AMBIVALENZEN EINER SUBKULTUR“ – Vom Donnerstagsthresen der Reilstraße 78

Donnerstag, 14.November 2013 – 20Uhr – Reilstraße 78
Punk in der DDR
Vortrag und Gespräch mit Torsten Hahnel

Im Rahmen des Alternative Vorlesungsverzeichnis des Studierendenrates der Universität Halle (ALV)

Freitag, 15. November – 19.00 Uhr – Melanchthonianum, Uniplatz (Halle)
„Moderne Seelenrettung. Esoterik als Religion des bürgerlichen Zeitalters“
Vortrag & Diskussion mit Claudia Barth – Im Rahmen der Reihe “Jammertal und Heiligenschein. Perspektiven der Religionskritik”

Mittwoch, 20. November – 19.00 Uhr – Melanchthonianum
„Leib ohne Trieb – Von der Prostitution zur Sexarbeit“
Vortrag & Diskussion mit Theodora Becker und Magnus Klaue

Dienstag, 26.November – 19 Uhr – Melanchthonianum
Christlicher Judenhass. Monotheismus, Christentum und die Genese des Antisemitismus
Vortrag und Diskussion mit Samuel Salzborn – Im Rahmen der Reihe “Jammertal und Heiligenschein. Perspektiven der Religionskritik”

Veranstaltung der AG Antifa im Stura der MLU

Dienstag, 19. November 2013 – 19.oo Uhr – Melanchthonianum
„Never ending story – Das Israelpseudos der Pseudolinken“
Vortrag und Buchvorstellung mit Anja Worm und Jan Gerber

Hier findet ihr die entsprechenden Ankündigungstexte zu den Veranstaltungen:

Donnerstag, 12. Dezember – 19.oo Uhr – Melanchthonianum
»Feindbild Israel – der ewige Sündenbock«
Vortrag und Diskussion mit Tilman Tarach
Über keinen Staat gibt es so viele Gerüchte wie über Israel. Tilman Tarach zeigt, dass die deutschen Medien, aber auch Organisationen wie die Uno und jede Menge »Israelkritiker« den Stoff liefern, aus dem diese diffamierenden Legenden gestrickt werden. Die alte Parole »Die Juden sind schuld« wird heute in weiten Teilen der Gesellschaft begierig auf den jüdischen Staat angewendet, und zwar reichlich unabhängig davon, wie er sich verhält. Tilman Tarach zeichnet die entscheidenden historischen und aktuellen Aspekte des Nahostkonflikts nach und zeigt auf, dass in der allgemeinen Debatte um Israel mit zweierlei Maß gemessen wird.

Dr. Tilman Tarach (Freiburg) ist Jurist aus Berlin und Autor des Buches »Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die ‚Protokolle der Weisen von Zion‘ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt« (Vorwort Henryk M. Broder, Edition Telok 2011). Artikel von ihm erschienen in „Konkret“, „Jüdische Allgemeine“ und „Jerusalem Post“.

Donnerstag, 14.November 2013 – 20Uhr – Reilstraße 78
Punk in der DDR
Vortrag und Gespräch mit Torsten Hahnel
Im letzten Jahrzehnt des Bestehens fühlten sich die staatlichen Organe ganz besonders von einer Jugendsubkultur provoziert: Der Punkbewegung. Verbote von Bands und Kriminalisierung von Punks waren an der Tagesordnung. Eines der Zentren ostdeutscher Punkkultur, zu der auch Torsten Hahnel gehörte war Halle (Saale).

Freitag, 15. November – 19.00 Uhr – Melanchthonianum, Uniplatz (Halle)
„Moderne Seelenrettung. Esoterik als Religion des bürgerlichen Zeitalters“
Vortrag & Diskussion mit Claudia Barth – Im Rahmen der Reihe “Jammertal und Heiligenschein. Perspektiven der Religionskritik”
Esoterik ist en vogue. Gleichzeitig könnte man sie aber auch als Reaktion auf Erfahrungen des Scheiterns im Alltagsleben fassen, als relativ junge Religion, die des öfteren auch (nationale) Mythen oder rassistisch-völkisches Gedankengut transportiert. Esoterik hilft, die Kontingenzer-fahrungen der modernen Gesellschaft zu bewältigen und Widersprüche zu bereinigen um weitermachen zu können. Entlastet wird nicht nur das eigene Selbst, sondern auch alle Anderen, deren Handeln als Ausdruck höherer Mächte erscheint.
Der zunehmenden Erfolg der Esoterik in den letzten Jahrzehnten hängt auch mit den Veränderungen der Arbeitswelt einher: Selbstverantwortung, Flexibilität, Auflösung der Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit, privatem Bereich der Kreativität und öffentlichem Verwertungsbereich. Die so Subjektivierten haben in der Esoterik ein Angebot der ideologischen (V)erklärung der eigenen Erschöpfung. Esoterische Ratgeber versprechen individuelle Möglichkeiten der Bewältigung, doch die Rede ist weniger von gesellschaftlichen Verhältnissen, als vielmehr von Schicksal, dieser Kraft oder jener Energie.
*Claudia Barth ist Autorin von „Über alles in der Welt – Esoterik und Leitkultur“ und „Esoterik – Die Suche nach dem Selbst“.

Dienstag, 19. November 2013 – 19.oo Uhr – Melanchthonianum
„Never ending story – Das Israelpseudos der Pseudolinken“
Vortrag und Buchvorstellung mit Anja Worm und Jan Gerber
In den Jahren 1969 und 1970 wurden die Bundesrepublik Deutschland und Westberlin von einer beispiellosen antizionistischen Krawall- und Terrorwelle überrollt. Die Täter kamen aus dem Umfeld der Neuen Linken, die ihren zurückhaltenden Proisraelismus nach dem Sechstagekrieg gegen einen vehementen Antizionismus eingetauscht hatte. Vor diesem Hintergrund erschien mit Michael Landmanns Buch „Das Israelpseudos der Pseudolinken“ eine der ersten kritischen Auseinandersetzungen mit der Israelfeindschaft der Neuen Linken. Mit ihrer antizionistischen Wende, so Landmann, verwandle sich die Protestbewegung von einer „echten“ in eine „Pseudolinke“.

Inzwischen ist die Neue Linke, auf die sich Landmann bezog, zwar verdientermaßen marginalisiert. Sie hat ihre Aufgabe – die Konservierung des Irrsinns von Volk, Ursprünglichkeit und Unmittelbarkeit in einer Zeit, in der kein großer Bedarf danach bestand – jedoch erfüllt. So findet sich der Antizionismus längst nicht mehr nur in linken Klein- und Großsekten wie die der Linkspartei, dem Freiburger „Café Palestine“ oder der antiimperialistischen Schlägertruppe, die vor einigen Jahren in Hamburg die Aufführung von Claude Lanzmanns Film „Pourquoi Israël“ verhinderte. Sondern der antiisraelische Furor ist im politischen Mainstream angekommen, in dem die Unterscheidung zwischen „links“ und „rechts“ ohnehin kaum noch getroffen werden kann. Um die einschlägigen Stereotypen zu hören, muss kein Vortrag eines autonomen oder marxistisch-leninistischen Selbstfindungszirkels mehr besucht werden, sondern es genügt, die „Süddeutsche Zeitung“ aufzuschlagen oder den Bericht über Israel auf „3Sat“ zu schauen.

Aus diesem Grund soll mit Michael Landmann nicht nur einer der ersten linken Kritiker des neulinken Antizionismus gewürdigt werden. Vielmehr soll unter Rekurs auf Landmanns Ausführungen von den Hintergründen des neuen Antisemitismus den Transformationen, die der Israelhass in den letzten vierzig Jahren durchgemacht hat, und der Aktualität der Kritik gesprochen werden.

Es sprechen Anja Worm und Jan Gerber („Materialien zur Aufklärung und Kritik“). Sie sind Herausgeber der Neuauflage von Michael Landmanns „Das Israelpseudos der Pseudolinken“ (Freiburg: ça ira Verlag 2013) und Curt Geyer u.a.: Fight for Freedom. Die Legende vom „anderen Deutschland“, Freiburg (ça ira Verlag) 2009.

Mittwoch, 20. November – 19.00 Uhr – Melanchthonianum
„Leib ohne Trieb – Von der Prostitution zur Sexarbeit“
Vortrag & Diskussion mit Theodora Becker und Magnus Klaue
In regelmäßigen Abständen, aber aus unterschiedlichen Gründen wird das Thema Prostitution groß debattiert und in allen gängigen Medien besprochen, so auch in diesen Wochen nach dem jüngsten Moralappell Alice Schwarzers. Oft ist die Debatte geprägt von Skandalisierung und Voyeurismus. Interessant ist in diesem Zusammenhang, welche Vorstellungen von Arbeit, Freiheit und Körper dadurch deutlich werden.
Theodora Becker von der autonomen Hurenorganisation Hydra e.V. in Berlin wird in ihrem Vortrag „Sehnsucht nach Unmittelbarkeit – Prostitution als illegitimes Kind der Kulturindustrie“ der Frage nachgehen, was an der Prostitution der bürgerlichen Ordnung so bedrohlich erscheint, von der sie doch zugleich ein unabdingbarer und institutionalisierter Bestandteil ist, dessen Kontrolle zwar für dringend notwendig erachtet, dessen tatsächliche Abschaffung aber doch selten versucht wurde. In der ambivalenten Stellung der käuflichen Lust zeigt sich ein ebenso problematisches gesellschaftliches Verhältnis zur Sexualität, das auch durch sogenannte sexuelle Revolutionen nicht aus der Welt geschafft wurde. Wie dieses Verhältnis heute aussieht, zeigt sich auch daran, wie sich die Ware Sexualität unter kulturindustriellen Vorzeichen darstellt und welche Bedürfnisse und Sehnsüchte sie bedient. Sie wird auch die Frage aufwerfen, warum in der üblichen, moralisch gefärbten Kritik an der Prostitution die Kommerzialisierung des Intimsten beklagt, jedoch das, was dieser Tauschhandel ermöglicht, meist nicht beachtet wird. Dass die von einigen Sexarbeiterinnen herausgestellte emanzipative Kraft der Sexarbeit – das „Recht auf Arbeit“ und das „Ausleben“ der eigenen Sexualität in der Prostitution – ein beängstigendes Maß an der Identifikation mit der Arbeit verraten, soll schließlich vor diesem Hintergrund diskutiert werden.
Anschließend kritisiert der Publizist Magnus Klaue in seinem Vortrag „Sexwork und Körperpolitik als postfeministische Sozialtechnologie“ die Verwandlung von Sexualität in „Arbeit“, wie sie sich exemplarisch an den Werken von Beatriz Preciado studieren lässt, die keinen Unterschied zwischen Sexualität und Prostitution kennen und das inkommensurable Moment des Triebs durch totale Technifizierung des Sexus zu tilgen suchen. Anhand von Preciado soll gezeigt werden, inwiefern die „postfeministische“ Körperpolitik Emanzipation nur noch als restlose Selbstzurichtung subjektloser Subjekte kennt, denen Unbewusstes, Trieb und Leib nichts anderes sind als Objekt und Resultat von Wahlentscheidungen und „Einschreibungen“, mithin Ausdruck totaler Vergesellschaftung.

Dienstag, 26.November – 19 Uhr – Melanchthonianum
Christlicher Judenhass. Monotheismus, Christentum und die Genese des Antisemitismus
Vortrag und Diskussion mit Samuel Salzborn – Im Rahmen der Reihe “Jammertal und Heiligenschein. Perspektiven der Religionskritik”